Dießen. New York. Tokio? Hauptsache Italien!

Dießen also. Nicht Stuttgart, Berlin oder München.

Ende September hat es sich gejährt: Die neuen Parkinson-Medikamente waren da. Der Grund, ein Impuls, eine quadratische Leinwand zu kaufen. Und drei Tuben Ölfarbe. Schwarz, Grün und Weiß. Daraus – und aus den „übrigen“ Tablettenblistern statt eines Pinsels – entstand das „Optimistic One“.

Seit dem geht es schnell. An manchen Tagen zu schnell. Schon im Dezember, drei Monate nachdem das erste Bild intuitiv entstand – meldet sich ein italienischer Art-Manager und Galerist bei mir. Über Instagram. Dann geht es schnell und wider allen Regeln des klassischen Kunstbetriebs.

Kunstmessen in Italien folgen. Bergamo, Genua, Lucca und Parma. Mit Begeisterung und Wertschätzung von Einheimischen, aus dem Umland und von Touristen besucht.

Im Juli dann die Anfrage der Galerie aus New York. Zwei Tage nach dem die Zusage für die Art Karlsruhe 2019 kam.

Und nun Dießen. Am Ammersee. In Bayern. Das Schicksal wollte es so. Es gibt entfernte Verwandte in der Marktgemeinde. Und eine Geschichte dahinter. Niemand und nichts davon ist mir bekannt. Vielleicht ist der Titel der Ausstellung im dortigen „Blauen Haus“ – Spurensuche³ – ein gutes Omen. Und ein erster Schritt aus dem Dunkeln.

Katharina Lehmann und Julia Smirnova – beide sind bei der Spurensuche³ in Dießen mit dabei – sind nur zwei von vielen „neuen“ Menschen im meinem Leben. Meinen zweiten Leben. In meinen neuen Leben. Viele andere haben ich auf dem Weg der letzten Monate kennen und schätzen gelernt.

Und ich freue mich auf den inspirierenden, kritischen, ehrlichen und vielfältigen Austausch mit neuen und alten Freunden, Bekannten, Künstlern und Kunstinteressierten auf meinem weiteren Weg: Ob an den Ammersee oder mit etwas Glück demnächst nach New York. Vielleicht geht’s mal nach Tokio – auch wenn das nicht gerade direkt in Italien liegt.

Foto © Anton Milberger